Seit vielen Jahren teste ich Software-Alternativen, die aus Europa kommen oder Open Source sind. Verschiedene davon benutze ich in meinem Alltag, mal mehr und mal weniger erfolgreich. In letzter Zeit wurde ich immer häufiger gefragt, was ich zum Beispiel als alternative Projektmanagement-Software aus Europa vorschlagen würde, oder was meine Erfahrungen mit solcher Software sind.
Warum das gestiegene Interesse? Es könnte einige politische und wirtschaftliche Gründe geben. US-Amerikanische Tech-Unternehmen sind zwar mit ihren Produkten oft marktführend, gleichzeitig wächst der Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit. Wo liegen die Daten meiner Kund:innen, wem gehört die Plattform, was passiert, wenn sich die Regeln ändern? Das waren lange Fragen für die Datenschutz-Nerd-Ecke. Inzwischen interessieren sie viel mehr Menschen dafür, in Unternehmen genauso wie privat.
Und es kommt noch etwas anderes hinzu: Die globalisierte Wirtschaft verändert sich. Viele Länder, auch innerhalb Europas, prüfen genauer, wo ihr Geld hingeht und welche Wirtschaft sie damit stärken. Warum also nicht häufiger auf europäische oder lokale Produkte setzen, wenn es sie gibt? Aber wie gut sind diese Alternativen? Kann ich denen überhaupt trauen? Können meine Anforderungen erfüllt werden, und wo tun sich Lücken auf? Sind die Unternehmen überhaupt europäisch, oder werden sie von großen Venture Capital Firmen gestützt und haben sie Geschäftsführung, die vielleicht doch in den USA oder China sitzen? Ist das überhaupt relevant?
Diese und viele weitere Fragen interessieren mich, wenn es um europäische Produkte geht. Ich möchte meine Beweggründe und Abwägungen an dieser Stelle mit euch in Form dieses Blogs teilen. Grundsätzlich würde ich jeder Person, die über Software-Alternativen nachdenkt, raten: Frag dich selbst, wie weit du gehen willst, was dir wirklich wichtig ist, was einfach nur Nice-To-Have Features sind, auf die man auch verzichten kann.
Was ihr erwarten könnt und was der Blog nicht ist
Als Product-Managerin, die jahrelang in Startups gearbeitet hat, probiere ich gern Software aus und beiße mich auch mal durch etwas unangenehme Systeme, wenn ich am Ende für mich einen Mehrwert sehe. Das heißt natürlich nicht, dass jede:r diese Meinung teilen soll. Aber ich möchte versuchen zu erklären, was ich persönlich als Mehrwert sehe und wo mein Frustlevel erreicht ist.
Ich gebe in diesem Blog keine Kaufempfehlungen. Es gibt hier keine Sponsoren und ich suche auch nicht nach Sponsoring. Ich stelle euch Software vor, die ich selbst benutze (zum Beispiel arbeite ich mit einer selbstgehosteten Nextcloud), und ich teile Erfahrungen mit Systemen, die ich ausprobiere. Für Video-Kontext habe ich zum Beispiel die Open-Source-Software Cap getestet. Auch dazu werde ich bestimmt noch einen Beitrag schreiben. Da ich selber gerade ein Unternehmen aufbaue, teste ich zudem viele Tools, die im Business-Kontext stehen. Vielleicht teile ich in Zukunft auch ausführlichere Business-Recherchen oder sogar Gespräche mit Gründer:innen. Das sind alles Möglichkeiten. Wir werden sehen, wie sich das Projekt entwickelt.
Wie der Blog funktioniert
Ich freue mich sehr, meine Erfahrungen mit euch zu teilen und auch eure Meinungen zu hören! Der Blog ist noch neu und selbst gebaut. Deswegen gibt es derzeit noch keine Kommentarfunktion. Allerdings teile ich die Artikel auf LinkedIn und ihr könnt mir auch einfach selber über das Kontaktformular schreiben, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt.