Ich spreche derzeit mit vielen Tech-Gründer:innen in Berlin. Dabei ist der Gedanke, auf Software und Infrastruktur aus Europa zu setzen, keine Minderheitenmeinung mehr. Viele sorgen sich nicht nur über Datensicherheit, sondern auch über wachsende Abhängigkeiten zu immer mächtiger werdenden Unternehmen. Mit Monopolen steigen auch Preise und Konditionen verschlechtern sich.
Die zentrale Frage, die sich viele dabei stellen, ist die Infrastruktur: Wo hoste ich meine Systeme? Gibt es denn überhaupt Alternativen zu AWS, Azure, oder Google Cloud? Das sind die wirklich großen Fragen, die auch für mich als Gründerin relevant sind. Deswegen habe ich mich auf die Suche gemacht, um zu verstehen, welche europäischen Anbieter es gibt, wie europäisch sie wirklich sind und was sie preislich bieten.
Es ist ein großes und komplexes, aber zentrales Thema, denn ohne Cloud-Infrastruktur würden die meisten Internetdienste nicht existieren. Mein Ziel mit diesem Beitrag ist es, einen Überblick zu den folgenden Themen zu geben:
- Welche Anbieter gibt es in Europa?
- Wie werden die Anbieter finanziert?
- Bieten sie vergleichbare Services wie AWS, z.B. Managed Kubernetes, SQL Databases, etc.?
- In welchem preislichem Spektrum bewegen sie sich?
Dieser Beitrag ist etwas anders als meine vorherigen. Ihr werdet viele Tabellen finden. So ist es mir möglich, die unterschiedlichen Anbieter vorzustellen und zu vergleichen. Für jeden Provider habe ich umfassende Links zusammengeführt, damit ihr euch in Details vertiefen könnt, die ich hier nicht abbilden kann. Gerade die Preise sind nur eine Momentaufnahme und gelten für Juli 2026. Für eine detailliertere technische Übersicht gibt es auch die Website European Cloud Providers.
Anbieter
Aus Deutschland und Frankreich kommen die größten und bekanntesten Cloud-Anbieter. In Tabelle 1 werden folgende Punkte betrachtet:
- Name des Anbieters
- Wo der Sitz des Unternehmens ist
- Wer die Anteile am Unternehmen hält
- Woher die Finanzierung kommt
- Wo die Rechenzentren stehen (teils nur in Regionen angegeben, wenn es zu viele sind)
- Ob die Rechenzentren im Besitz des jeweiligen Unternehmens sind
Eine Anmerkung vorweg: Cleura taucht nur in Tabelle 1 auf, nicht in den Preistabellen. Die Service- und Preisgestaltung ist nicht ganz klar und schwer vergleichbar. Für die Frage, wie europäisch ein Anbieter wirklich ist, wollte ich Cleura trotzdem aufnehmen: schwedische Marke, britisches Private-Equity-Geld, gemietete Racks.
Tabelle 1: Wem die Anbieter gehören und wo ihre Rechenzentren stehen
| Name des | Sitz | Wer besitzt das Unternehmen? | Finanzierung | Rechenzentren (RZs) | Besitzen eigene RZs? |
|---|---|---|---|---|---|
| Hetzner | DE | Familienbetrieb, seit 1997 aktiv. Profitabel. | Selbstfinanziert (Bootstrapped) | In Deutschland und Finnland sowie in den USA und Singapur | In Europa |
| OVHcloud | FR | Die Klaba Familie hält den Mehrheitsanteil. Die Investoren KKR und TowerBrook halten seit 2016 250 Millionen. | Mehrheitlich im Besitz der Gründer, Minderheit mit Investoren, Aktiengesellschaft | Die meisten in Frankreich aber auch in anderen EU Staaten sowie global | Ja |
| Scaleway | FR | Gehört zur Iliad Group (Xavier Niel) | Konglomeratgeführt | Paris, Amsterdam, Warschau, Mailand | Ja |
| STACKIT | DE | Cloud Anbieter der Schwarz Group (Lidl/Kaufland) | Konglomeratgeführt | Deutschland, Österreich | Ja |
| IONOS | DE | 62% United Internet, Kleininvestoren | Aktiengesellschaft, für zwei Jahre mit US-Investoren (Warburg Pincus) | EU und den USA | Vor allem gemietete Infrastruktur, teils selbstbetrieben |
| Infomaniak | CH | Gründer und Mitarbeiter:innen; Seit 2026 hat eine Stiftung die Mehrheit übernommen als Schutz vor Übernahmen | Selbstfinanziert. Öffnet sich langsam gegenüber Fremdkapital | Schweiz | Ja |
| Exoscale | CH | Akenes SA (Lausanne), gehört zur A1 Telekom Austria Gruppe. Die Gruppe ist wiederum Teil von América Móvil aus Mexiko. | Telekom-geführt | 8 Zonen in Europa | Nein, gemietete Infrastruktur (Equinix und A1) |
| Gcore | LU | Anfangs selbstfinanziert. 2024: Investition von Wargaming (World-of-Tanks-Studio aus Zypern); 2025: Einstieg Northern Data (DE). | Spätes Risikokapital | Globales Edge-Netzwerk | Unbekannt |
| Cleura (City Network) | SE | 2020 von Iver übernommen, das 2021 selbst an die britische Private-Equity-Firma ICG verkauft wurde. | Private Equity (UK) | Schweden und Deutschland | Nein, gemietete Infrastruktur (Interxion als Rechenzentrumspartner, Betrieb über Iver) |
| UpCloud | FI | Gründergeführt (2011 aus Sigmatic ausgegründet) | Risikokapital von einem niederländischen Investor | Es gibt neben globalen Rechenzentren eine dedizierte europäische Cloud | Gemietete Infrastruktur |
| Open Telekom Cloud (früher T-Cloud) | DE | T-Systems / Deutsche Telekom | Tochter der Deutsche Telekom | Niederlande und Deutschland | Betrieben von T-Systems, Tochtergesellschaft |
| Cloudferro | PL | 2015 in Warschau gegründet; seit 2024 eine Minderheitsbeteiligung von Innova Capital, sonst unabhängig | Minderheits-Private-Equity (EU) | Deutschland und Frankfurt | Gemischt |
| Cyso Cloud (früher Fuga Cloud) | NL | Cyso Group | Sie scheinen ohne Fremdkapital finanziert zu sein und gelten als unabhängig. | Derzeit in Amsterdam und Zürich | Wahrscheinlich gemietet |
Wie aus der Tabelle ersichtlich, sind kleinere, selbstfinanzierte europäische Unternehmen wie Infomaniak und Hetzner im Markt vertreten. Gleichzeitig gehören viele Anbieter zu großen Unternehmensgruppen: Hinter STACKIT und Scaleway stehen Konglomerate, hinter der Open Telekom Cloud ein Telekommunikationskonzern. IONOS, das zum großen Teil zu United Internet gehört, holte sich zeitweise Geld aus den USA. Und einige Provider sind mit Private Equity finanziert.
Persönlich interessierte mich vor allem, wem die Rechenzentren gehören. Ein Teil der Anbieter mietet die Infrastruktur nur an, darunter Exoscale, Cleura und UpCloud. OVHcloud, Scaleway, STACKIT und Infomaniak betreiben dagegen eigene Rechenzentren. Das kann für Unternehmen ein Argument sein, denen wichtig ist, dass ihre Daten Europa nicht verlassen.
Services
In diesem Abschnitt wird es technischer. Wer weiß, was Managed Kubernetes (K8s) ist und Datenbanken mietet, bekommt von mir eine Übersicht zu den angebotenen und den fehlenden Diensten der Provider. Für weniger technische Leser:innen gibt es aber auch allgemeine und interessante Informationen über das Unternehmen (gleich in der zweiten Spalte).
Folgende Aspekte schaue ich mir an:
- Name des Anbieters
- Interessantes über das Unternehmen
- Wird Kubernetes als gemanagter Service angeboten?
- Gibt es eine gemanagte Datenbank?
- Kann Objektspeicher gemietet werden?
- Wird Function as a Service (FaaS) angeboten, also Code, der nur bei Bedarf läuft, ohne dass ein Server dauerhaft mitläuft?
Tabelle 2: Welche Managed Services die Anbieter haben und welche fehlen
| Anbieter | Interessantes über das Unternehmen | Managed K8s | Managed DB | S3-kompatibler Objektspeicher | Serverless (FaaS) |
|---|---|---|---|---|---|
| Hetzner | Bewusst keine managed Services; dafür die günstigsten Preise und Drittanbieter (z.B. Cloudfleet) | ❌ (selbstverwaltetes k3s auf Cloud-Servern) | ❌ | ✅ Object Storage | ❌ |
| OVHcloud | Eigene Rechenzentren; umfassende Zertifizierungen (SecNumCloud) | ✅ kostenloser Plan ist verfügbar | ✅ Pg/MySQL/MongoDB/Kafka | ✅ Object Storage | ❌ |
| Scaleway | Vollständigste EU-Cloud; dazu Queues, E-Mail und KI | ✅ Kapsule (kostenlose Control Plane) | ✅ Pg/MySQL/Redis/MongoDB | ✅ Object Storage | ✅ (Scale-to-Zero) |
| STACKIT | Schwarz-Gruppe; Positionierung als Cloud für die Bundesverwaltung | ✅ SKE; BSI C5 Typ 2 | ✅ DB (RabbitMQ-Queues) | ✅ Object Storage | ❌ |
| IONOS | Börsennotiertes EU-Unternehmen | ✅ Managed K8s | ✅ DBaaS (Kafka) | ✅ Object Storage | ❌ |
| Infomaniak | Baut seit Januar 2026 eigene Managed Services auf OpenStack; bietet Migrationsweg aus den Hyperscalern | ✅ Kubernetes Service | ✅ Database Service | ✅ Object Storage (S3/Swift) | ❌ |
| Exoscale | Spezialist für verwaltete Datenbanken | ✅ SKS (kostenloser Plan verfügbar) | ✅ Pg/MySQL/OpenSearch | ✅ Object Storage | ❌ |
| Gcore | Fokus auf Edge und KI | ✅ Managed K8s | ✅ Managed DB | ✅ Object Storage | ✅ FastEdge |
| UpCloud | Gründergeführt (FI); Eigene Speichertechnologie MaxIOPS | ✅ Managed K8s | ✅ Managed DB (über Aiven) | ✅ Object Storage | ❌ |
| Open Telekom Cloud | Breitester AWS-naher Katalog in der EU, dazu verwaltetes Monitoring (Cloud Eye + APM), serverlose Container (CCI), ELB; BSI C5 | ✅ CCE | ✅ MySQL/Pg/MSSQL, Kafka DMS | ✅ OBS | ✅ FunctionGraph |
| Cloudferro | Mitbetreiber der Erdbeobachtungs-Plattformen Copernicus und CREODIAS | ✅ Managed K8s | ❌ | ✅ Object Storage | ❌ |
| Cyso Cloud | Niederländisch, OpenStack, kein Lock-in | ✅ Managed K8s (99,9 % SLA) | ❌ | ✅ Object Storage | ❌ |
Preise
Wer in den vergangenen Jahren in Unternehmen gearbeitet hat, die beispielsweise AWS als Infrastruktur benutzen, kennt das Problem: die Kosten für die Server-Infrastruktur steigen und steigen. Aber wäre es denn günstiger, zu einem europäischen Konkurrenten zu wechseln? Das ist ja am Ende oft die entscheidende Frage, neben Datenschutzbedenken. Und sie ist kompliziert zu beantworten.
Ich führe hier die Punkte auf, die die komplexen Preisstrukturen erklären. Wer sich auf eine eigene Suche nach Anbietern begibt, sollte sie beachten und Tabelle 3 mit diesen Anmerkungen im Kopf lesen.
- Währungen und Steuern. Die europäischen Provider rechnen in Euro ohne Umsatzsteuer, die drei Hyperscaler zeigen US-Dollar. Eine Euro-Zelle lässt sich also nicht ohne Umrechnung und Steuer mit einer Dollar-Zelle vergleichen. (Bei rund 1,08 $/€ und 19 % deutscher Umsatzsteuer wird aus einem 5,49-€ Server von Hetzner rund 7 $ netto, rund 8 $ brutto.)
- ‡ RAM-Unterschiede. Die Tabelle vergleicht Server mit 2 GB RAM pro vCPU, also 8 vCPU zu 16 GB. Manche Anbieter liefern in ihrer Standardlinie aber 4 GB pro vCPU, also die doppelte Menge. Das Symbol ‡ markiert diese Fälle, in den Klammern steht das tatsächliche Verhältnis. Das ist wichtig, denn manche Provider wirken teils nur deshalb teurer, weil mehr RAM inbegriffen ist.
- † Infomaniak Preise kommen ohne Datenträger (der Grundpreis für unser Beispiel: rund 0,0036 €/vCPU-h + rund 0,0018 €/GB-h); Speicher kommt separat dazu (2/4 mit 80 GB liegt etwa bei 11,55 €/Mon.).
- § IONOS rechnet pro Einheit ab (0,013 $/vCPU-h + 0,0022 $/GB-h); Blockspeicher und öffentliche IPv4-Adresse werden getrennt berechnet.
- ¶ Open Telekom Cloud: Der Preis ist der Cloud-Mercato-Stundenpreis (0,108 €/h für s3.large.2, also rund 0,054 €/vCPU-h, Linux, EU-DE). Das ist der On-Demand-Fall. Wer sich 12 oder 24 Monate bindet, zahlt laut OTC bis zu 60 % weniger. In der Tabelle steht bewusst der teurere On-Demand-Preis.
- Maschinenklassen. Die Zeilen vergleichen nicht überall dasselbe Blech. Hetzners CX und die AWS-Zeile ab 4 vCPU (c6i) sind zwei verschiedene Klassen: CX teilt sich die CPU mit anderen Kund:innen, c6i und die Azure-D-Serie bekommen feste Kerne. Ein Teil des Preisunterschieds ist also Maschinenklasse, nicht nur Anbieter. Wer feste Kerne braucht, landet bei Hetzner bei der CCX-Linie und zahlt dort deutlich mehr als in der Tabelle.
- Zwei wichtige Punkte: Hetzners AMD-Linie CPX endet bei 12/24, deshalb führe ich die Intel-Server CX auf. OVHclouds VPS-Server sind nicht in 16/32 erhältlich, deswegen wird die Public Cloud angegeben.
Tabelle 3: Was vier gängige Servergrößen im Monat kosten
| Provider | 2 vCPU / 4 GB | 4 vCPU / 8 GB | 8 vCPU / 16 GB | 16 vCPU / 32 GB |
|---|---|---|---|---|
| Hetzner (CX/Intel) | CX23 €5.49 | CX33 €8.49 | CX43 €15.99 | CX53 €29.49 |
| OVHcloud (Public Cloud) | d2-4 €11.00 | d2-8 €20.00 | c3-16 €79.00 | c3-32 €158.00 |
| Scaleway (PLAY2/PRO2) | PLAY2-NANO €20 | PLAY2-MICRO €40 | PRO2-S €160 ‡(8/32) | PRO2-M ~€320 ‡(16/64) |
| STACKIT (g1a/AMD ‡) | g1a.2d €70.79 (2/8) | g1a.4d €141.59 (4/16) | g1a.8d €283.18 (8/32) | g1a.16d €566.35 (16/64) |
| IONOS (Compute Engine §) | ~$25.40 | ~$50.81 | ~$101.62 | ~$203.23 |
| Infomaniak (a-flavors, diskless †) | €5.29 | €10.59 | €21.17 | €42.35 |
| Gcore (g1-standard) | €16.95 | €33.91 | €67.82 | €135.64 |
| UpCloud (Premium) | €26 | €52 | €148 | €310 |
| Open Telekom Cloud (s3, hourly×730 ¶) | s3.large.2 ~€79 | s3.xlarge.2 ~€158 | s3.2xlarge.2 ~€316 | s3.4xlarge.2 ~€632 |
| Cloudferro (eo2a, LCJ1-1) | eo2a.small €11.44 | eo2a.large €57.07 | eo2a.xlarge €114.14 | eo2a.3xlarge €456.56 |
| Cyso Cloud (c5/CPU-optimiert) | c5.small €22.00 | c5.medium €43.75 | c5.large €87.50 | c5.xlarge €175.00 |
| AWS (eu-central-1) | t3.medium $35.04 | c6i.xlarge $141.62 | c6i.2xlarge $283.24 | c6i.4xlarge $566.48 |
| Azure (West Europe) | B2s $35.04 | D4s_v5 $167.90 ‡(4/16) | D8s_v5 $335.80 ‡(8/32) | D16s_v5 $671.60 ‡(16/64) |
| GCP (europe-west3) | e2-medium $31.51 | e2-standard-4 $126.05 ‡(4/16) | e2-standard-8 $252.10 ‡(8/32) | e2-standard-16 $504.20 ‡(16/64) |
Sparen könnt ihr mit europäischen Anbietern auf jeden Fall. Hetzner und Infomaniak liegen bei 8 vCPU um die 16 bis 21 €, AWS verlangt für vergleichbare Rechenleistung das Zehnfache und mehr.
Der Haken findet sich in Tabelle 2: Bei den günstigsten Anbietern müsst ihr genauer hinschauen, was fehlt. Hetzner hat weder Managed Kubernetes noch eine gemanagte Datenbank, für beides braucht ihr einen Drittanbieter. Infomaniak bietet beides an, die gemanagte Datenbank unterstützt bisher aber nur MySQL und MariaDB, PostgreSQL ist lediglich angekündigt. Wer den vollen Katalog will, landet bei der Open Telekom Cloud, und die kostet mit rund 316 € im On-Demand-Betrieb ungefähr so viel wie AWS. Die Ersparnis ist also nicht einfach da, ihr kauft sie mit Arbeit, die ihr sonst dem Anbieter überlasst. Was diese Arbeit kostet, weiß niemand besser als ihr selbst.
Wer bereits bei einem Hyperscaler läuft, muss zusätzlich fragen, was der Umzug kostet. Das führt zum letzten Abschnitt: Egress.
Egress-Kosten
Egress ist der Datenverkehr, der die Cloud verlässt. Dazu zählt alles, was von euren Servern und euren Datenbanken ins Internet geht, zu Nutzer:innen, zu anderen Diensten, in ein anderes Rechenzentrum.
Bei Hyperscalern wie AWS ist genau dies ein sehr hoher Kostenfaktor. Zudem kommt Egress mit einem Lock-in-Effekt (die Anbieterbindung), denn wer seine Daten umziehen will, zahlt dafür. Die Preise europäischer Anbieter unterscheiden sich deutlich von AWS, Azure und Google Cloud.
Tabelle 4: Was ausgehender Datenverkehr kostet, getrennt nach Servern und Objektspeicher
| Provider | Gilt für | Egress-Preis | Inklusive |
|---|---|---|---|
| Hetzner | Server | ~1 €/TB über dem Kontingent (EU) | Je nach Serverlinie: CX 20 TB/Mon., CPX und CCX ab 1 TB |
| Objektspeicher | 1,00 €/TB über dem Kontingent | 1 TB/Mon. im Grundpreis, gepoolt über alle Buckets | |
| OVHcloud | Server + Objektspeicher | Kostenlos, ausgenommen Asien-Pazifik | Kein Kontingent genannt |
| Scaleway | Server | Im Listenpreis enthalten, kein Volumenlimit; begrenzt ist nur die Anbindung (100 Mbit/s bis 16 Gbit/s) | Unbegrenzt im Volumen |
| Objektspeicher | 0,01 €/GB (10 €/TB); Transfer zwischen Regionen zählt als Egress | 75 GB/Mon. frei | |
| STACKIT | k.A. | Kein öffentlicher Preis. STACKIT nennt auf seinen Preisseiten keine Egress-Position | Unbekannt |
| IONOS | Alle Dienste | Gestaffelt: 0,030 €/GB (2 bis 10 TB) → 0,025 → 0,020 → 0,015 €/GB ab 150 TB | 2 TB/Mon., über alle Dienste gepoolt |
| Infomaniak | Server | Kostenlos | Kein Kontingent genannt |
| Objektspeicher | Über dem Kontingent kostenpflichtig; den Satz nennt Infomaniak nicht öffentlich | 10 TB/Mon. pro Organisation | |
| Exoscale | Server | Über dem Kontingent kostenpflichtig; den Satz nennt Exoscale nicht öffentlich | 1 TiB/Mon. pro Instanz (1,42 GiB/h), über Instanzen gepoolt |
| Gcore | Server + Objektspeicher | Kostenlos laut Gcore; eine eigene Preisposition dazu gibt es nicht | Kein Kontingent genannt |
| CDN | 0,030 €/GB ab 1 TB | 1 TB/Mon. frei | |
| UpCloud | Server | Kostenlos, über dem Kontingent wird gedrosselt (100 Mbit/s), nicht berechnet | 0,5 TB bis 100 TB/Mon. je nach Plan, auf Kontoebene gepoolt |
| Objektspeicher | Kostenlos | Kein Kontingent genannt | |
| Open Telekom Cloud | Alle Dienste | Gestaffelt nach Volumen; die genauen Sätze veröffentlicht OTC nicht | Keins |
| Cloudferro | Alle Dienste | 0,0064 €/GB (6,40 €/TB), in allen fünf Regionen | Keins |
| Cyso Cloud | Server | Kostenlos laut Cyso; eine Traffic-Position gibt es in der Preisliste nicht | Kein Kontingent genannt |
| Objektspeicher | 0,055 €/GB | Keins | |
| AWS (eu-central-1) | Server + Objektspeicher | 0,09 $/GB (erste 10 TB) → 0,085 → 0,07 → 0,05 (ab 150 TB) | 100 GB/Mon. kontoweit |
| Azure (West Europe) | Server + Objektspeicher | 0,087 $/GB (erste 10 TB) → 0,083 → 0,07 → 0,05 (ab 150 TB) | 100 GB/Mon. |
| GCP (europe-west3) | Server | 0,12 $/GiB (0 bis 1 TiB) → 0,11 → 0,085 (ab 10 TiB) | Keins in europe-west3 (das Freikontingent gilt nur in Nordamerika) |
Bei allen Anbietern ist eingehender Verkehr kostenlos.
Übersetzt in monatliche Kosten (berechnet aus den obigen Sätzen):
Tabelle 5: Drei Egress-Mengen als Monatsrechnung plus der einmalige Umzug, Hyperscaler gegen Europa
| Egress/Mon. | AWS Frankfurt | Azure W. Europe | GCP Premium EU | Hetzner EU (CX) | Cloudferro | OVHcloud / UpCloud |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 TB | ~441 $ | ~426 $ | ~522 $ | 0 € (im 20-TB-Kontingent) | ~32 € | 0 € |
| 50 TB | ~4.291 $ | ~4.181 $ | ~4.224 $ | ~30 € | ~320 € | 0 € |
| 300 TB | ~18.791 $ | ~18.681 $ | ~24.015 $ | ~280 € | ~1.920 € | 0 € |
| 10 TB einmalig (Umzug) | ~890 $ | ~860 $ | ~1.130 $ | ~9 € | ~64 € | 0 € |
Wie ihr der Tabelle entnehmen könnt, sind Egress-Kosten sehr unterschiedlich. Wenn ihr also einen Service betreibt, auf dem viel Traffic rausgeht, könnte es sich sowieso lohnen, auf einen europäischen Anbieter zu wechseln. Und solltet ihr den irgendwann nicht mehr so toll finden, gehen die Umzugskosten auch nicht in die zehntausende Euro.
Schlussfolgerung
Es gibt sie also, die europäischen Alternativen, und sie sind auch relativ kostengünstig. Wie europäisch sie sind, hängt davon ab, wie genau ihr hinschaut: Marke, Eigentümer und Rechenzentrum können zu ganz unterschiedlichen Unternehmen gehören.
Ein pauschales Ablehnen europäischer Anbieter halte ich nach dieser Recherche für schwer begründbar. Ein pauschales Ja aber auch. Bei Hetzner braucht ihr für Managed Kubernetes einen Drittanbieter, und was bei euch fehlt, seht ihr erst, wenn ihr eure eigene Liste mit den Services aus Tabelle 2 vergleicht. Und ja, natürlich kann man auch immer fragen, ob man wirklich all die Features der Hyperscaler braucht.
Ihr könnt es ja einfach ausprobieren, denn eins hat die Recherche gezeigt: Der Umzug von einem europäischen Anbieter zu einem anderen ist günstig, wenn man die Arbeitszeit ignoriert.
Was meint ihr, halten meine Argumente? Überzeugt euch die Analyse, oder seht ihr grundsätzliche Fehler in den Tabellen? Habt ihr eigene Erfahrungen? Ich freu mich auf euer Feedback!