Der lange Weg zur Nextcloud

Eine Zeitleiste mit drei Stationen meines Speicherwegs: lokale Festplatten, gemietete Cloud und selbst gehostet. Die letzte Station, selbst gehostet, ist in Korallrot hervorgehoben.
KI generiert

Ich fotografiere gern. Meine ersten Fotos waren alle noch analog. Sobald Digitalkameras bezahlbar wurden und die Qualität stimmte, stieg ich um. Und mit der Digitalfotografie musste ich plötzlich über Speicher nachdenken. Jahrelang wollte ich keinen Dienst dafür bezahlen, meine Bilder zu hosten. Ich kaufte einfach Festplatten, speicherte meine Bilder und Videos darauf und sicherte alles. Aber irgendwann musste ich mich ehrlich machen: lokaler Speicher ist riskant, trotz manueller Sicherung.

Und so setzte die Vernunft ein und meine Suche nach Cloud-Speicher begann. Ich wollte meinen digitalen Fingerabdruck nicht bei einem einzigen Anbieter hinterlassen. Google hatte schon genug von mir: beruflich und auf dem Handy (Android). Statt meine Bilder also auch noch dort abzulegen, ging ich zu Microsoft. Und ja, es war auch eine Frage von Preis und Bequemlichkeit. OneDrive ließ sich gut genug in meinen Windows-Rechner einbinden, und meine Fotos blieben weg von Google. Und das war mein Setup für ein paar Jahre.

Doch dann wurde mein 1 TB Microsoft-Speicher langsam knapp. Und mein Unbehagen wuchs: Inzwischen lagen einige meiner persönlichen Daten auf Microsoft-Servern (und ja, nicht nur Fotos). Und ich entschied mich für einen gänzlich anderen Weg. Ich wechselte nicht nur zu einem deutschen Anbieter, mein Partner und ich entschieden uns dazu, den Speicher und die Software selbst zu hosten. Das hatte ich im letzten Beitrag schon erwähnt. Die Wahl fiel leicht: Mehrere Personen hatten mir Nextcloud empfohlen. Die Open-Source-Plattform ist ein großer Player, u.a. für Cloud Speicher, mit vielen Usern: Der zentrale IT-Dienstleister des Bundes betreibt sie u.a. für rund 300.000 Beschäftigte auf eigenen Servern.

Ja, wir hosten Nextcloud auf unserer eigenen Infrastruktur, das kostet uns fast nichts. Und ja, das setzt Wissen und Zeit voraus. Die gute Nachricht ist: Nextcloud arbeitet mit Hosting-Partnern zusammen. Deren Preise sind moderat: Tab.digital bietet 8 GB kostenlos, und 128 GB kosten etwa 7 Euro im Monat für Endkunden. Ich kann hier nicht aus eigener Erfahrung sprechen, meldet euch aber gern, wenn ihr schon mal solche Pakete mit ähnlichen Anbietern ausprobiert habt.

Das war erst einmal der letzte Beitrag, in dem ich vor allem über mich erzähle. Im nächsten erkläre ich, was Nextcloud eigentlich ist, was mir daran gefällt und was nicht. Mit diesem Artikel wollte ich vor allem zeigen, dass ich selbst oft unsauber über Software entschieden habe, auf der sehr private, persönliche Daten liegen. Bequemlichkeit, Mangel an Alternativen, all das brachte mich dazu Dienste zu nutzen, die nicht wirklich ideal waren. Und das, obwohl ich es besser wusste! Ich bin überzeugt, dass es nie zu spät ist, die Richtung zu ändern. Und vielleicht hilft mein Beitrag dabei, eine andere App auszuprobieren oder sich zumindest bewusster zu entscheiden.